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Basisrente (Rürup)
Die Basisrente ist der Steuer-Hebel für Selbstständige und gut verdienende Geschäftsführer: Beiträge als Sonderausgaben absetzen, dafür diszipliniert eine lebenslange Rente aufbauen. Wir zeigen dir ehrlich, für wen sich das wirklich lohnt.
Wofür ist sie da
Angestellte haben die gesetzliche Rente und oft eine betriebliche Vorsorge. Selbstständige und viele Geschäftsführer stehen ohne diese Förderung da. Genau hier setzt die Basisrente an: Sie ist die staatlich geförderte erste Schicht der Altersvorsorge und ihr größter Vorteil ist der steuerliche Abzug. Mehr zur Gesamtstrategie findest du auf unserer Seite Altersvorsorge und speziell für deine Lage unter Altersvorsorge für Selbstständige.
Drei Gründe, warum sich die Basisrente lohnen kann
Sie ist kein Allheilmittel, aber in der richtigen Situation einer der wirksamsten Hebel, die Selbstständigen bleiben.
- Steuern jetzt senken: Deine Beiträge sind als Sonderausgaben absetzbar. Ein Teil deiner Einzahlung fließt über die Steuerersparnis zurück, gerade bei hoher Steuerlast ein spürbarer Hebel. Wie viel genau, hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab.
- Rente fürs ganze Leben: Im Rahmen des Vertrags zahlt dir die Basisrente eine lebenslange monatliche Rente, egal wie alt du wirst. Du sicherst dir damit ein Einkommen, das nicht plötzlich aufgebraucht sein kann, anders als ein Depot, das du selbst verwaltest.
- Geschützt vor Zugriff: In der Ansparphase ist dein Guthaben pfändungs- und insolvenzgeschützt. Auch in der Grundsicherung wird es geschont. Für Selbstständige ein starkes Argument: Selbst bei geschäftlicher Schieflage bleibt deine Altersvorsorge unangetastet.
Wichtig zur Orientierung: Der Steuervorteil ersetzt keine Rendite, er verbessert nur deine Einzahlung. Ob er deinen Aufwand wert ist, hängt von deinem Steuersatz und deinem Anlagehorizont ab. Genau das rechnen wir dir im Check nachvollziehbar vor.
Wer braucht sie
Ehrlich gegenübergestellt. Die Basisrente ist stark, aber nicht für jeden das richtige Werkzeug.
Passt zu dir, wenn du …
- Selbstständig oder freiberuflich bist und keine andere geförderte Vorsorge hast
- Eine hohe Steuerlast hast und jetzt spürbar Steuern sparen willst
- Gut verdienender GmbH-Geschäftsführer bist
- Bereit bist, Geld langfristig und fest für die Rente zu binden
- Eine planbare lebenslange Rente einem schwankenden Depot vorziehst
- Deine Altersvorsorge pfändungs- und insolvenzgeschützt wissen willst
Eher nicht das richtige Werkzeug, wenn du …
- Jederzeit an dein Kapital herankommen willst (dann eher Schicht 3, private Rente)
- Das Guthaben flexibel vererben oder zwischendurch entnehmen möchtest
- Aktuell eine geringe Steuerlast hast, der Steuervorteil also kaum greift
- Maximale Flexibilität über langfristige Steueroptimierung stellst
Was versichert ist und was nicht
Der Steuervorteil hat einen Preis: Du bindest dich fest. Bevor du abschließt, solltest du diese drei Punkte kennen, denn sie passen nicht zu jedem.
Was in deinem Fall gilt, steht in den Bedingungen des einzelnen Tarifs.
In der Regel versichert
- Kein Kapital auf einen Schlag: Es gibt kein Kapitalwahlrecht. Du bekommst ausschließlich eine lebenslange Rente, keine einmalige Auszahlung, und die Rente startet frühestens ab 62 (Quelle: § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b Doppelbuchst. aa EStG). Wer Verfügbarkeit braucht, sollte eher Schicht 3 prüfen.
- Nicht ohne Weiteres vererbbar: Ohne Zusatzbaustein verfällt das Guthaben im Todesfall. Hinterbliebenenschutz ist möglich, kostet aber Rendite.
- Nicht flexibel verfügbar: Die Basisrente ist nicht beleihbar, nicht übertragbar und nicht kapitalisierbar. Das eingezahlte Geld ist fest für die Rente gebunden.
In der Regel nicht versichert
- Eine Auszahlung als Kapital, eine Beleihung, Übertragung oder ein Verkauf des Vertrags: Für die Basisrente schreibt das Gesetz vor, dass die Ansprüche nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sind. Eine Hinterbliebenenrente ist nur für Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder möglich.
Quelle: § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG
Klassisch oder fondsgebunden, du hast die Wahl
Die Basisrente gibt es in zwei Grundformen. Welche passt, hängt davon ab, wie viel Sicherheit du brauchst und wie lange dein Geld noch arbeiten kann.
- Klassisch sicherheitsorientiert: Mit vertraglich festgelegten Bestandteilen und planbarer Entwicklung. Für alle, die Schwankungen meiden und auf Sicherheit setzen.
- Fondsgebunden als ETF-Rürup: Deine Beiträge fließen in Fonds oder ETFs. Langfristig mehr Renditechancen bei höheren Schwankungen, ideal bei langem Anlagehorizont.
Beispielszenarien
Frei erfundene, aber typische Situationen. Keine echten Fälle. Was der Versicherer im Einzelfall leistet, hängt vom Tarif ab.
Selbstständiger Webentwickler mit hoher Steuerlast
Beispielszenario
Ein selbstständiger Webentwickler Anfang vierzig hat seit Jahren gute Gewinne, aber keine geförderte Altersvorsorge. Ein Notgroschen steht, jetzt will er Steuern sparen und Geld fest für das Alter binden.
Was ein passender Tarif typischerweise leistet
Seine Beiträge sind als Sonderausgaben bis zum gesetzlichen Höchstbetrag absetzbar. Im Alter zahlt ein passender Tarif in der Regel eine lebenslange monatliche Rente, frühestens ab dem gesetzlichen Mindestalter. Eine Auszahlung als Kapital ist ausgeschlossen, dafür ist das Guthaben in der Ansparphase unter den gesetzlichen Voraussetzungen geschützt.
Was den Beitrag bestimmt
Eine Zahl ohne Kontext wäre geraten.
Wie viel die Basisrente kostet und bringt, lässt sich seriös nur individuell sagen. Drei Faktoren bestimmen deinen Nutzen.
Wir nennen dir keine Fantasie-Renditen. Stattdessen bekommst du eine nachvollziehbare Rechnung mit deinem echten Steuersatz und dem aktuellen Höchstbetrag, damit du eine Entscheidung auf Fakten triffst.
Dein Steuersatz
Je höher deine persönliche Steuerlast, desto mehr deiner Einzahlung kommt über den Sonderausgaben-Abzug zurück. Bei niedriger Steuerlast greift der Vorteil deutlich schwächer.
Höchstbetrag
Absetzbar ist deine Einzahlung bis zu einem gesetzlichen Höchstbetrag, der jährlich angepasst wird. Den aktuellen Rahmen für dein Steuerjahr prüfen wir mit dir gemeinsam.
Kostenquote des Tarifs
Abschluss- und Verwaltungskosten unterscheiden sich je Anbieter spürbar und schmälern deine Rendite. Wir vergleichen genau hier, damit dein Steuervorteil nicht von Gebühren aufgefressen wird.
Den Höchstbetrag für Basisrenten-Beiträge koppelt das Gesetz an den Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung. Er steigt deshalb mit der Beitragsbemessungsgrenze jedes Jahr mit und verdoppelt sich bei Zusammenveranlagung.
Quelle: § 10 Abs. 3 Satz 1 und 2 EStG
Häufige Fragen
Was ist die Basisrente oder Rürup-Rente?
Die Basisrente, oft Rürup-Rente genannt, ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. Sie ist vor allem für Selbstständige und gut verdienende Geschäftsführer gedacht, die meist keinen Zugang zu anderer staatlich geförderter Vorsorge wie Riester haben. Im Kern bindest du Geld langfristig für deine Rente und bekommst dafür im Gegenzug einen kräftigen Steuervorteil.
Wie funktioniert der Steuervorteil genau?
Deine Beiträge zur Basisrente kannst du als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Der absetzbare Anteil ist über die Jahre schrittweise gestiegen und liegt inzwischen bei voller Anrechnung bis zu einem gesetzlichen Höchstbetrag. Konkret heißt das: ein Teil deiner Einzahlung kommt über die Steuerersparnis indirekt zurück. Die genaue Höhe hängt von deinem persönlichen Steuersatz und dem aktuellen Höchstbetrag ab, das rechnen wir dir individuell aus.
Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?
Besonders für Selbstständige und Freiberufler mit hoher Steuerlast, die keine andere geförderte Vorsorge haben, sowie für gut verdienende GmbH-Geschäftsführer. Wenn du jetzt spürbar Steuern sparen und gleichzeitig diszipliniert fürs Alter zurücklegen willst, ist die Basisrente einer der wenigen Hebel, die dir bleiben. Mehr dazu auch auf unserer Seite zur Altersvorsorge für Selbstständige.
Kann ich mir das Kapital später auszahlen lassen?
Nein. Die Basisrente kennt kein Kapitalwahlrecht. Du bekommst das angesparte Vermögen nicht auf einen Schlag, sondern ausschließlich als lebenslange monatliche Rente. Das ist der Preis für den Steuervorteil und bewusst so gewollt: Der Staat fördert echte Altersvorsorge, keine flexible Geldanlage.
Ist die Basisrente vererbbar?
Standardmäßig nicht. Ohne Zusatzbaustein verfällt das Guthaben, wenn du vor oder während des Rentenbezugs stirbst. Wer Partner oder Kinder absichern will, kann einen Hinterbliebenenschutz einschließen. Dieser Baustein kostet allerdings Rendite, deshalb prüfen wir gemeinsam, ob er für deine Situation wirklich sinnvoll ist.
Klassisch oder fondsgebunden als ETF-Rürup?
Beides ist möglich. Die klassische Variante ist sicherheitsorientiert mit vertraglich festgelegten Bestandteilen. Die fondsgebundene Basisrente investiert deine Beiträge in Fonds oder ETFs und bietet langfristig mehr Renditechancen bei höheren Schwankungen. Welche Variante passt, hängt von deinem Anlagehorizont und deiner Risikoneigung ab, das klären wir im Gespräch.
Was passiert bei Insolvenz oder Pfändung?
In der Ansparphase ist das Guthaben der Basisrente grundsätzlich pfändungs- und insolvenzgeschützt. Gerade für Selbstständige ist das ein starkes Argument: Selbst wenn das Geschäft in Schieflage gerät, bleibt deine Altersvorsorge geschützt. Auch in der Grundsicherung wird Rürup-Vermögen geschont. Die genauen Grenzen sind gesetzlich geregelt und im Detail einzelfallabhängig.
Kann ich die Beiträge flexibel zahlen?
Ja, das gehört zu den großen Vorteilen für Selbstständige. Viele Tarife erlauben es, Beiträge anzupassen, auszusetzen oder per Einmalzahlung aufzustocken, etwa in einem guten Geschäftsjahr. So kannst du deine Steuerersparnis gezielt in starke Jahre legen. Welche Flexibilität dein Tarif bietet, prüfen wir vor dem Abschluss.
Rürup gegen private Rente, was ist besser?
Das ist keine Entweder-oder-Frage, sondern eine Frage der Schicht. Die Basisrente (Schicht 1) punktet mit dem Steuervorteil, bindet dich aber an die lebenslange Rente ohne Kapitalzugriff. Die private Rente (Schicht 3) ist flexibel mit Kapitalwahlrecht, aber ohne den Sonderausgaben-Abzug in der Ansparphase. Wer Flexibilität und Verfügbarkeit braucht, ist mit Schicht 3 oft besser bedient. Häufig ist eine Kombination sinnvoll.
Bin ich an einen Anbieter gebunden, kann ich wechseln?
Die Basisrente ist nicht beleihbar, nicht übertragbar und nicht kapitalisierbar, ein Anbieterwechsel ist also nur sehr eingeschränkt möglich. Umso wichtiger ist die richtige Wahl von Anfang an. Wir vergleichen mehrere Anbieter und achten auf Kosten, Flexibilität und Rentenfaktor, bevor du dich festlegst.