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IT-Haftpflicht

Programmierfehler, Datenverlust, fehlerhafte Beratung. Die IT-Haftpflicht deckt in der Regel finanzielle Schäden, die du deinen Kunden zufügst. Speziell auf IT-Risiken zugeschnitten, nicht nur eine umetikettierte Berufshaftpflicht.

Wofür ist sie da

Eine IT-Haftpflicht (auch IT-Berufshaftpflicht oder IT-VSH) deckt in der Regel finanzielle Schäden, die du als Entwickler, IT-Freelancer oder SaaS-Anbieter deinen Kunden zufügst. Im Kern ist sie eine Vermögens­schaden­haftpflicht mit speziellen IT-Klauseln.

Klassische Berufshaftpflicht-Tarife schließen oft genau die Risiken aus, die für IT typisch sind: reine Vermögensschäden ohne Personen- oder Sachschaden, Datenverlust, Software-Fehler. Eine IT-Haftpflicht hat diese Risiken explizit eingeschlossen.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Cyber-Versicherung: Die IT-Haftpflicht deckt in der Regel Schäden, die du Dritten zufügst. Eine Cyber-Versicherung deckt in der Regel Schäden, die du selbst durch Hackerangriffe oder Ransomware erleidest. Beide ergänzen sich.

Wer braucht sie

Alle, die mit Software, Daten oder IT-Infrastruktur Geld verdienen, egal ob Solo-Freelancer oder GmbH.

  • Software-Entwickler: Frontend, Backend, Mobile, DevOps. Egal ob Festpreis-Projekt oder Stundenbasis, Programmierfehler können teuer werden.
  • SaaS-Gründer: Bei B2B-SaaS haftest du für Ausfälle, fehlerhafte Berechnungen und Datenintegrität. Umso wichtiger bei Enterprise-Kunden.
  • Cloud- und DevOps-Berater: Migrationen, Infrastructure-as-Code, Kubernetes-Setups. Ein falsches Terraform-Apply kann sechsstellige Schäden verursachen.
  • IT-Berater / Architekten: Wenn deine Empfehlung zu einer falschen Tech-Entscheidung führt, haftest du. Reine Vermögensschäden sind hier der Standardfall.
  • QA und Test-Engineers: Ein nicht erkannter Bug in Produktion kann den Kunden mehr kosten als dein Honorar im ganzen Jahr.
  • Datenanalysten / KI-Spezialisten: Falsche Modelle, fehlerhafte Pipelines, Bias in der Trainingsdata. Wirtschaftliche Folgeschäden bei Kunden sind realistisch.

Was versichert ist und was nicht

Die wichtigsten Klauseln, auf die du beim Tarifvergleich achten solltest.

Was in deinem Fall gilt, steht in den Bedingungen des einzelnen Tarifs.

In der Regel versichert

  • Programmierfehler und Bugs in Produktion
  • Fehlerhafte Beratung / falsche Empfehlung
  • Datenverlust durch Migrations- oder Konfigurationsfehler
  • Verspätete Lieferung mit wirtschaftlichen Folgen
  • Verletzung der Geheimhaltung
  • Open-Source-Lizenz-Verstöße (in besseren Tarifen)
  • Reine Vermögensschäden ohne Personen-/Sachschaden

In der Regel nicht versichert

  • Vorsätzlich verursachte Schäden
  • Patentverletzungen (oft separater Sublimit)
  • USA/Kanada (außer mit Erweiterung)
  • Schäden an eigenen Systemen (das ist Cyber)
  • Vertragsstrafen ohne Schadenersatz-Charakter
  • Schäden vor Vertragsbeginn (Rückwärts­versicherung prüfen)
  • Krypto-Trading-Plattformen oder Glücksspiel (oft ausgeschlossen)

Beispielszenarien

Frei erfundene, aber typische Situationen. Keine echten Fälle. Was der Versicherer im Einzelfall leistet, hängt vom Tarif ab.

Programmierfehler in Bezahlfunktion

Beispielszenario

E-Commerce-Shop verliert durch einen Bug tagelang Umsatz.

Was ein passender Tarif typischerweise leistet

Der Versicherer prüft die Haftungsfrage, wehrt unbegründete Forderungen ab und ersetzt begründete Vermögensschäden deines Kunden, etwa entgangene Umsätze, in der Regel bis zur Versicherungs­summe. Den Fehler im Code zu beheben bleibt deine Leistung und ist nicht versichert.

Falsche Datenbank-Migration

Beispielszenario

Kundendaten werden überschrieben, Backup ist zu alt. Wiederherstellung extern.

Was ein passender Tarif typischerweise leistet

Verlust oder Veränderung von Daten gilt in passenden IT-Tarifen als Vermögensschaden. Ersetzt werden dann in der Regel die Kosten, die deinem Kunden dadurch entstehen, etwa für die Wiederherstellung. Unbegründete Ansprüche wehrt der Versicherer ab.

Verspätetes Go-Live

Beispielszenario

SaaS-Plattform sollte zum Black-Friday live sein, Verzögerung mehrere Tage.

Was ein passender Tarif typischerweise leistet

Gute IT-Tarife schließen Schäden aus der Verzögerung deiner Leistung ein, etwa Mehrkosten deines Kunden. Ausgeschlossen bleibt in der Regel eine Verzögerung, die auf einer wissentlich falschen Einschätzung deiner Kapazitäten beruht.

Wann zahlt die IT-Haftpflicht?

Was den Beitrag bestimmt

Eine Zahl ohne Kontext wäre geraten.

Anders als bei der Anwalts- oder Steuerberater-Haftpflicht gibt es keine gesetzliche Mindestsumme. Die passende Summe richtet sich nach Projektgröße und Kundenstruktur. Bei Konzern-Kunden oder kritischer Infrastruktur höher.

Faustregeln für IT-Haftpflicht

  • Solo-Freelancer mit kleinerem Umsatz: ca. 400 bis 700 €/Jahr
  • Erfahrener Freelancer mit mittlerem Umsatz: ca. 700 bis 1.200 €/Jahr
  • Kleine Agentur / SaaS-Startup: ca. 1.200 bis 3.000 €/Jahr
  • Maximierung pro Jahr: mehrfach, damit ein einzelner Schaden nicht die ganze Jahresleistung aufbraucht
  • Selbstbeteiligung: je nach Tarif wählbar, sie senkt den Beitrag
  • USA/Kanada-Klausel: erhöht Beitrag um 30 bis 100 Prozent

Quelle: Richtwert, abhängig von Tarif und Risiko, Stand 10/2026.

  • Tätigkeit und Projektrisiko

    Wer Bezahlfunktionen, Finanzsysteme oder kritische Infrastruktur betreut, wird anders eingestuft als ein Webdesigner. Umsatz und Auslandsbezug kommen dazu.

Die Beiträge in den Faustregeln oben sind Richtwerte und hängen von Tarif, Versicherungs­summe und Risiko ab. Verbindlich wird es erst nach dem Vergleich.

Häufige Fragen

Was kostet eine IT-Haftpflicht für Freelancer?

Solo-IT-Freelancer zahlen typisch 400 bis 1.500 € pro Jahr für eine IT-Haftpflicht, abhängig von der Versicherungs­summe. Der Beitrag hängt vom Jahresumsatz, der Tätigkeit und der Auslandsabdeckung (USA/Kanada) ab. Cyber-Erweiterungen kosten typisch 200 bis 600 € zusätzlich pro Jahr.

Richtwert, abhängig von Tarif und Risiko, Stand 10/2026.

Was ist eine IT-Haftpflicht?

Eine IT-Haftpflicht (auch IT-Berufshaftpflicht oder IT-VSH) deckt in der Regel finanzielle Schäden, die du als Entwickler, IT-Freelancer oder SaaS-Anbieter deinen Kunden zufügst. Typische Schadenfälle sind Programmierfehler, fehlerhafte Beratung, Datenverlust durch falsche Migration oder verspätete Deadlines mit wirtschaftlichen Folgen.

Reicht eine normale Berufshaftpflicht für IT-Tätigkeiten?

Meistens nicht. Klassische Berufshaftpflicht-Tarife haben oft Ausschlüsse für reine Vermögensschäden ohne Personen- oder Sachschaden, für Datenverlust und für Software-Fehler. Eine IT-Haftpflicht hat diese Risiken explizit eingeschlossen und enthält branchenübliche Klauseln wie erweiterten Tätigkeitskatalog, Open-Source-Klausel, USA/Kanada-Erweiterung und SaaS-Risiken.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Die Summe sollte zu deinem größten Projekt und deinen Kunden passen. Wenn du für Konzern-Kunden, im Finanzsektor oder mit kritischer Infrastruktur arbeitest, ist eine deutlich höhere Summe sinnvoll. Wichtig ist auch die Maximierung pro Versicherungsjahr, damit ein einzelner Schaden nicht den ganzen Jahresvertrag aufbraucht.

Brauche ich zusätzlich eine Cyber-Versicherung?

Ja, idealerweise. Die IT-Haftpflicht deckt in der Regel Schäden, die du Dritten zufügst. Eine Cyber-Versicherung deckt in der Regel Schäden, die du selbst durch Hackerangriffe, Ransomware oder Datendiebstahl erleidest, inklusive Krisenmanagement, IT-Forensik und Betriebsunterbrechung. Zusammen ergeben sie den vollständigen IT-Schutz.

Sind US-Kunden und EU-DSGVO-Verstöße abgedeckt?

Standardmäßig nicht. Die meisten IT-Haftpflicht-Tarife schließen USA und Kanada zunächst aus, weil dort hohe Strafschadenersatz-Risiken bestehen. Mit USA/Kanada-Klausel kannst du diese einschließen lassen, der Beitrag steigt typisch um 30 bis 100 Prozent. DSGVO-Verstöße sind in besseren Tarifen explizit eingeschlossen, in einfachen Tarifen oft ausgeschlossen oder nur mit Sublimit.

Richtwert, abhängig von Tarif und Risiko, Stand 10/2026.

Dein Stack, deine Risiken, passender Tarif?

20 Minuten Erstgespräch, kostenlos. Wir gehen deine Tätigkeiten und Kundenstruktur durch, und wir sagen dir, welcher Tarif zu deinem Setup passt.

20Minuten
  • Videocall oder Telefon, du entscheidest
    Oder ruf an: 030 46067572
  • Du bekommst eine Einschätzung, keinen Vertrag
  • Danach weißt du, was jetzt dran ist und was warten kann