Transportversicherung
Sobald Güter unterwegs sind, können sie beschädigt werden, verloren gehen oder gestohlen werden. Die Haftung der Spedition ist gesetzlich eng begrenzt. Die Transportversicherung schützt dein Unternehmen vor dem vollen finanziellen Risiko.
Wofür ist sie da
Auf dem Transportweg passiert mehr, als man denkt. Und die gesetzliche Haftung von Spedition oder Reeder deckt oft nur einen Bruchteil des Warenwerts.
Typische Schadenarten
- Beschädigung: Güter werden beim Transport oder Umschlag beschädigt.
- Verlust: Eine Sendung geht auf dem Transportweg ganz oder teilweise verloren.
- Diebstahl und Raub: Ware wird vom Fahrzeug, aus dem Lager oder unterwegs entwendet.
- Naturgewalten: Sturm, Wasser oder Unfall führen zu Schäden an der Ladung.
- Zwischenlagerung: Schäden, während die Ware unterwegs zwischengelagert wird.
- Be- und Entladen: Schäden, die beim Verladen oder Abladen der Güter entstehen.
Wer braucht sie
Sinnvoll, wenn du …
- Regelmäßig Waren an Kunden versendest
- Güter importierst oder exportierst
- Teure Maschinen oder Anlagen transportierst
- Einen eigenen Fuhrpark mit Warentransport hast
- Auf Messen oder Events ausstellst
- Zulieferer in einer Lieferkette bist
Meist nicht nötig, wenn du …
- Reine Dienstleistungen ohne Warenversand erbringst
- Keinerlei physischen Güterverkehr hast
Typische Branchen: E-Commerce, Einzel- und Großhandel, Produktion, Logistik, Handwerk sowie Import oder Export.
Wer für andere fährt, braucht eine zweite Police
Die Transportversicherung schützt die Ware. Wenn du gewerblich Güter für andere beförderst, kommt eine zweite Deckung dazu: die Verkehrshaftungsversicherung. Sie schützt nicht das Gut, sondern deine Haftung als Frachtführer, und im gewerblichen Güterkraftverkehr ist sie nach § 7a GüKG vorgeschrieben.
Der häufigste Irrtum bei bestehenden Verträgen: Die Betriebshaftpflicht springt hier nicht ein. Sie schließt Schäden am beförderten Gut aus. Wer beide Deckungen gleichsetzt, steht im Schadenfall ohne Schutz da.
Drei Fragen an deinen bestehenden Vertrag
- Gilt er nur für nationale Verkehre, während du längst grenzüberschreitend nach CMR fährst?
- Ist die Lagerung mitversichert, oder endet die Deckung an der Rampe?
- Ist Kabotage eingeschlossen, wenn du im Ausland Binnenverkehre übernimmst?
Was oft dazugehört
- Die Flottenversicherung für die eigenen Fahrzeuge
- Der Firmenrechtsschutz für Fracht- und Arbeitsrecht
- Die Betriebshaftpflicht für alles außerhalb des Transportguts
In Berlin sitzen Speditions- und Logistikbetriebe vor allem in den Gewerbegebieten in Reinickendorf und Spandau. Ob dein Vertrag noch zu deinem heutigen Fahrbetrieb passt, schauen wir uns gemeinsam an.
Was versichert ist und was nicht
Je nach Versand kombinierst du die passenden Bausteine. Das sind die wichtigsten.
Was in deinem Fall gilt, steht in den Bedingungen des einzelnen Tarifs.
In der Regel versichert
- Warentransportversicherung: Schutz für deine Güter während des Transports, egal ob per LKW, Bahn, Schiff oder Flugzeug.
- Werkverkehrsversicherung: Absicherung eigener Waren, die du mit eigenen Fahrzeugen transportierst.
- Lagerversicherung: Schutz für Waren, die zwischengelagert werden, im eigenen oder in einem fremden Lager.
- Ausstellungsversicherung: Waren auf Messen, Ausstellungen und Events gegen Beschädigung und Diebstahl absichern.
- Montageversicherung: Schutz beim Transport und der Montage von Maschinen und Anlagen beim Kunden.
- Valorenversicherung: Spezialschutz für besonders wertvolle Güter wie Elektronik, Schmuck oder Kunstgegenstände.
In der Regel nicht versichert
- Schäden durch Verzögerung der Reise, inneren Verderb oder die natürliche Beschaffenheit der Ware, nicht beanspruchungsgerechte Verpackung bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit, mittelbare Schäden sowie Krieg, Streik und Beschlagnahme, soweit sie nicht per Klausel eingeschlossen sind
Je nach Branche lassen sich Einzel- und Jahrespolice sowie Kunden- und Lieferantenversand kombinieren. Was du wirklich brauchst, klären wir gemeinsam im Check.
Beispielszenarien
Frei erfundene, aber typische Situationen. Keine echten Fälle. Was der Versicherer im Einzelfall leistet, hängt vom Tarif ab.
Lieferung komplett beschädigt
Beispielszenario
Eine Palette mit empfindlicher Ware kommt beim Kunden zerdrückt an, offenbar ist sie beim Umschlag heruntergefallen.
Was ein passender Tarif typischerweise leistet
Der Frachtführer haftet nur stark begrenzt. Den Rest des Warenwerts trägst du sonst selbst.
Diebstahl vom LKW
Beispielszenario
Während einer Nachtpause auf dem Rastplatz wird die Plane aufgeschnitten und ein Teil der Sendung gestohlen.
Was ein passender Tarif typischerweise leistet
Der Spediteur haftet nur bei Verschulden, die Ware taucht selten wieder auf. Mit Versicherung wird der Warenwert erstattet.
Wasserschaden bei Seefracht
Beispielszenario
Ein Container mit Textilien wird auf See undicht, die Ware ist durchnässt und unbrauchbar.
Was ein passender Tarif typischerweise leistet
Der Reeder haftet nur sehr begrenzt. Ohne Versicherung bleibst du auf einer hohen Schadenssumme sitzen.
Was den Beitrag bestimmt
Eine Zahl ohne Kontext wäre geraten. Deshalb hier die Faktoren und daneben drei typische Stufen als Richtwert.
Für gelegentlichen Versand oft schon ab ein paar Euro im Monat. Diese vier Faktoren bestimmen den Beitrag.
Warenwert pro Transport
Je höher der Wert der versendeten Güter, desto höher der Beitrag.
Transportweg und -mittel
Straße, Bahn, See oder Luft sowie In- oder Ausland wirken sich aus.
Art der Güter
Empfindliche oder hochwertige Ware kostet mehr als robuste Standardware.
Versandfrequenz
Wie oft und in welchem Volumen du versendest, beeinflusst den Beitrag.
Gelegentlicher Versand
Kleine Sendungen, einzelne Transporte
30 bis 80 €
pro Monat
Regelmäßiger Warenversand
Bis rund 500.000 € Warenwert im Jahr
ab 80 bis 200 €
pro Monat
Großvolumen und Import-Export
Ab rund 500.000 € Warenwert im Jahr
ab 200 bis 600 €
pro Monat
Richtwerte zur Orientierung, abhängig von Tarif und Risiko, Stand 10/2026. Den Beitrag für deinen Fall berechnen wir im Vergleich.
Richtwerte zur Orientierung. Die tatsächlichen Kosten hängen von Warenwert, Transportweg, Güterart und Versandfrequenz ab. Deine Beiträge sind als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar. Den exakten Beitrag berechnen wir kostenlos im Check.
Häufige Fragen
Was kostet eine Transportversicherung?
Das hängt von Warenwert, Transportweg, Güterart und Versandfrequenz ab. Für gelegentlichen Versand kleiner Sendungen beginnt es bei rund 30 bis 80 Euro im Monat, bei höherem Volumen entsprechend mehr. Den genauen Beitrag berechnen wir kostenlos im Check.
Richtwert, abhängig von Tarif und Risiko, Stand 10/2026.
Was deckt eine Transportversicherung ab?
Sie sichert deine Güter während des Transports gegen Beschädigung, Verlust, Diebstahl und Naturgewalten ab. Das gilt für Transporte per LKW, Bahn, Schiff und Flugzeug. Je nach Tarif sind auch Zwischenlagerung sowie das Be- und Entladen mitversichert.
Brauche ich eine Transportversicherung, obwohl der Spediteur haftet?
Ja. Die Haftung des Frachtführers ist gesetzlich stark begrenzt, im innerdeutschen Verkehr nach § 431 Abs. 1 HGB auf 8,33 Rechnungseinheiten (Sonderziehungsrechte) je Kilogramm Rohgewicht. Bei hochpreisiger Ware bleibt dadurch eine große Deckungslücke, die du sonst selbst trägst.
Quelle: § 431 Abs. 1 und 4 HGB, Abs. 1, Abs. 4 Satz 1
Was ist der Unterschied zwischen Einzel- und Jahrespolice?
Die Einzelpolice sichert eine konkrete Sendung ab. Die Jahres- oder Generalpolice versichert alle Transporte eines Jahres pauschal. Bei regelmäßigem Versand ist das meist günstiger und du sparst dir den Verwaltungsaufwand pro Sendung.
Sind eigene Transporte mit Firmenfahrzeugen versichert?
Ja, über die Werkverkehrsversicherung. Sie ist ein Baustein der Transportversicherung und schützt Waren, die du mit eigenen Fahrzeugen transportierst.
Was gilt bei internationalen Transporten?
Transportversicherungen gelten in der Regel weltweit. Bei See- und Luftfracht greifen internationale Standards für den Deckungsumfang. Im Check prüfen wir, welche Klauseln zu deinen Transportwegen passen.
Wie schnell werden Schäden reguliert?
In der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen nach vollständiger Schadensmeldung. Bei Großschäden kann es länger dauern. Wichtig ist, dass du Schäden sofort dokumentierst, mit Fotos, Lieferschein und Schadensprotokoll.
Was ist eine Werkverkehrsversicherung?
Sie deckt in der Regel den Transport eigener Waren mit eigenen Fahrzeugen ab. Wenn du also selbst ausfährst statt eine Spedition zu beauftragen, ist deine Ware unterwegs über diesen Baustein abgesichert.
Lohnt sich eine Transportversicherung auch für kleine Unternehmen?
Oft ja. Schon eine einzige beschädigte oder verlorene Lieferung kann mehrere Tausend Euro kosten. Gerade wer regelmäßig oder hochwertige Ware versendet, fängt mit der Versicherung ein Risiko ab, das sonst voll am eigenen Betrieb hängt.