Praxisausfallversicherung
Wenn du als Praxisinhaber durch Krankheit, Unfall oder Quarantäne ausfällst, laufen Personal, Miete und Gerätekosten einfach weiter. Die Praxisausfallversicherung übernimmt genau diese fortlaufenden Betriebskosten, damit dein Ausfall nicht zur Existenzfrage wird.
Wofür ist sie da
Personal, Miete, Leasingraten und Zinsen laufen unverändert, ob du behandelst oder krank im Bett liegst. Fällst du als selbstständiger Inhaber länger aus, fehlen die Einnahmen, die Kosten bleiben. Die Praxisausfallversicherung hält deinen Betrieb in dieser Zeit wirtschaftlich am Laufen.
Wer braucht sie
Die beiden Bausteine werden oft verwechselt, decken aber völlig unterschiedliche Lücken ab. Erst zusammen sind Praxisinhaber wirklich abgesichert.
- Krankentagegeld: dein Einkommen: Das Krankentagegeld ersetzt dein persönliches Einkommen, also das Geld, das du privat zum Leben brauchst, wenn du länger krank bist. Es hat nichts mit den Kosten deiner Praxis zu tun. Details auf unserer Seite zum Krankentagegeld.
- Praxisausfall: deine Betriebskosten: Die Praxisausfallversicherung ersetzt die fortlaufenden Kosten der Praxis: Personal, Miete, Leasing, Zinsen. Sie hält den Betrieb wirtschaftlich am Laufen, während du ausfällst. Beide Bausteine decken unterschiedliche Lücken und gehören für Praxisinhaber zusammen.
Für wen die Praxisausfallversicherung sinnvoll ist
Sie passt zu dir, wenn du …
- Eine eigene Praxis als selbstständiger Inhaber führst (Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Therapeut, Tierarzt)
- Personal beschäftigst, dessen Gehälter auch bei deinem Ausfall weiterlaufen
- Teure Geräte finanziert oder geleast hast und feste Raten zahlst
- Hohe fixe Praxiskosten hast, die du nicht länger aus eigener Reserve trägst
- Bereits ein Krankentagegeld hast und jetzt die Betriebskosten der Praxis absichern willst
- Als Heilberuf das Risiko eines Tätigkeitsverbots oder einer Quarantäne mitabsichern willst
Eher nicht nötig, wenn du …
- Angestellt tätig bist und keine eigene Praxis mit fortlaufenden Kosten betreibst
- Eine Praxis ohne nennenswerte Fixkosten führst (kein Personal, keine finanzierten Geräte, geringe Miete)
- Den Betrieb bei längerem Ausfall problemlos aus vorhandener Reserve weiterfinanzieren kannst
Was versichert ist und was nicht
Versichert sind die fortlaufenden Betriebskosten deiner Praxis. Das sind die wichtigsten Bausteine.
Was in deinem Fall gilt, steht in den Bedingungen des einzelnen Tarifs.
In der Regel versichert
- Personalkosten: Gehälter und Lohnnebenkosten deines Teams laufen weiter, auch wenn die Praxis stillsteht. Bei mehreren Mitarbeitenden ist das oft der größte Posten.
- Miete und Nebenkosten: Praxismiete, Strom, Heizung und sonstige Raumkosten fallen unverändert an, egal ob du behandelst oder ausfällst.
- Leasing und Geräte: Raten für finanzierte oder geleaste Geräte, Behandlungseinheiten und IT müssen weiter bedient werden.
- Zinsen und Finanzierung: Zinsen für Praxiskredite und laufende Finanzierungen zählen zu den fixen Kosten, die die Versicherung auffängt.
- Ausfall durch Krankheit und Unfall: Fällst du durch Krankheit oder einen Unfall vollständig aus, trägt die Versicherung die fortlaufenden Betriebskosten.
- Quarantäne und Tätigkeitsverbot: Bei vielen Tarifen leistet die Versicherung auch, wenn dir die Behörde die Arbeit untersagt, etwa nach dem Infektionsschutzgesetz.
In der Regel nicht versichert
- Ausfälle wegen Schwangerschaft und Entbindung, Schließungen infolge einer Epidemie oder Pandemie und je nach Tarif Ausfälle während eines Auslandsaufenthalts, psychische Erkrankungen sind oft nur zeitlich begrenzt versichert
Welche Kostenpositionen genau zählen und ob Quarantäne oder Sachschäden mit abgesichert werden, hängt vom Tarif ab. Was zu deiner Praxis passt, klären wir gemeinsam im Check. Mehr Schutz speziell für Heilberufe findest du unter Versicherungen für Ärzte und Heilberufe.
Beispielszenarien
Frei erfundene, aber typische Situationen. Keine echten Fälle. Was der Versicherer im Einzelfall leistet, hängt vom Tarif ab.
Bandscheibenvorfall der Inhaberin
Beispielszenario
Die Inhaberin einer Physiotherapie-Praxis mit drei Angestellten fällt nach einem Bandscheibenvorfall mehrere Wochen komplett aus. Gehälter, Miete und Leasingraten laufen weiter.
Was ein passender Tarif typischerweise leistet
Nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit ersetzt ein passender Tarif in der Regel die fortlaufenden Praxiskosten, solange die Inhaberin vollständig arbeitsunfähig ist, längstens für die vereinbarte Haftzeit.
Was den Beitrag bestimmt
Eine Zahl ohne Kontext wäre geraten.
Karenzzeit, Versicherungssumme und Haftzeit entscheiden, wie schnell und wie lange die Versicherung leistet. Wer sie versteht, gestaltet den Vertrag passend.
Karenzzeit
Die Tage nach Ausfallbeginn, die du selbst trägst, bevor die Versicherung leistet. Kürzere Karenzzeit bedeutet früheren Leistungsbeginn, längere senkt den Beitrag. Sie wird auf deine finanzielle Reserve abgestimmt.
Versicherungssumme
Sie orientiert sich an deinen jährlichen fortlaufenden Praxiskosten. Zu niedrig angesetzt bleibt im Ernstfall ein Teil der Kosten an dir hängen. Wir rechnen deine reale Kostenstruktur durch.
Haftzeit
Der Zeitraum, für den die Versicherung nach einem Ausfall maximal leistet. Sie sollte lang genug sein, um auch eine längere Genesung wirtschaftlich zu überbrücken.
Eine Spanne nennen wir hier nicht, weil der Beitrag von deiner jährlichen Kostensumme, deinem Beruf, deinem Alter und der Karenzzeit abhängt. Den Beitrag rechnen wir im Vergleich mehrerer Anbieter.
Häufige Fragen
Was ist eine Praxisausfallversicherung?
Die Praxisausfallversicherung sichert die fortlaufenden Kosten deiner Praxis ab, wenn du als selbstständiger Inhaber komplett ausfällst, durch Krankheit, Unfall oder eine behördlich angeordnete Quarantäne. Personal, Miete, Leasingraten und Gerätekosten laufen weiter, auch wenn du nicht arbeiten kannst. Genau diese Lücke schließt die Versicherung.
Was deckt die Praxisausfallversicherung ab?
Versichert sind die weiterlaufenden Betriebskosten der Praxis: Gehälter und Lohnnebenkosten deines Teams, Miete und Nebenkosten, Leasing- und Finanzierungsraten für Geräte, Zinsen sowie weitere fixe Kosten. Ziel ist, dass die Praxis als Betrieb wirtschaftlich weiterläuft, während du gesund wirst. Welche Positionen genau zählen, legen wir bei der Vertragsgestaltung fest.
Was ist der Unterschied zum Krankentagegeld?
Das ist die wichtigste Abgrenzung: Das Krankentagegeld ersetzt dein persönliches Einkommen, also das, was du privat zum Leben brauchst. Die Praxisausfallversicherung ersetzt die Betriebskosten deiner Praxis. Beides schließt unterschiedliche Lücken und ergänzt sich. Mehr dazu auf unserer Seite zum Krankentagegeld.
Greift die Versicherung auch bei Quarantäne oder Tätigkeitsverbot?
Viele Tarife leisten auch dann, wenn dir die Arbeit durch eine behördlich angeordnete Quarantäne oder ein Tätigkeitsverbot untersagt wird, etwa nach dem Infektionsschutzgesetz. Das ist gerade für Heilberufe ein wichtiger Baustein. Ob und in welchem Umfang dein Tarif das einschließt, prüfen wir vor Abschluss genau.
Was ist die Karenzzeit?
Die Karenzzeit ist die Anzahl der Tage, die du nach Beginn des Ausfalls selbst trägst, bevor die Versicherung zu leisten beginnt. Eine kürzere Karenzzeit bedeutet früheren Leistungsbeginn, aber meist höhere Beiträge. Eine längere Karenzzeit senkt den Beitrag. Welche Karenzzeit zu deiner finanziellen Reserve passt, klären wir gemeinsam.
Wie hoch sollte ich die Versicherungssumme wählen?
Als Orientierung dient die Summe deiner jährlichen fortlaufenden Praxiskosten, also Personal, Miete, Leasing, Zinsen und sonstige fixe Kosten zusammengerechnet. Ist die Summe zu niedrig angesetzt, bleibst du im Ernstfall auf einem Teil der Kosten sitzen. Wir gehen deine reale Kostenstruktur durch, damit die Summe passt.
Sind auch Sachschäden in der Praxis mitversichert?
Manche Tarife schließen eine Betriebsunterbrechung durch Sachschäden mit ein, zum Beispiel wenn die Praxis nach einem Brand oder Wasserschaden vorübergehend nicht nutzbar ist. Das ergänzt den klassischen personenbezogenen Ausfall. Wenn das für dich relevant ist, kombinieren wir es passend, siehe auch Betriebsunterbrechungsversicherung.
Für welche Berufe ist die Praxisausfallversicherung sinnvoll?
Sinnvoll ist sie für alle selbstständigen Praxisinhaber: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und weitere Heilberufe, aber auch andere Praxen mit fester Kostenstruktur. Besonders wichtig wird sie, wenn du Personal beschäftigst und teure Geräte finanziert hast. Mehr dazu unter Versicherungen für Ärzte und Heilberufe.
Was kostet eine Praxisausfallversicherung?
Der Beitrag hängt vor allem von deiner jährlichen Kostensumme, deinem Beruf, deinem Alter und der gewählten Karenzzeit ab. Eine längere Karenzzeit und eine realistisch angesetzte Versicherungssumme halten den Beitrag im Rahmen. Die steuerliche Behandlung der Beiträge ist nicht pauschal, weil der Schutz am persönlichen Ausfallrisiko des Inhabers anknüpft. Wie das in deinem Fall einzuordnen ist, klärst du am besten mit deinem Steuerberater. Den konkreten Beitrag berechnen wir kostenlos im Vergleich mehrerer Anbieter.
Wie melde ich einen Praxisausfall?
Du meldest dich bei uns, telefonisch oder per Nachricht, sobald absehbar ist, dass du länger ausfällst. Wir nehmen die nötigen Unterlagen auf, melde den Ausfall beim Versicherer und begleiten die Bearbeitung als dein Ansprechpartner. So musst du dich um die Kommunikation mit der Versicherung nicht selbst kümmern, sondern kannst dich auf deine Genesung konzentrieren.